Führungswechsel beim Tinnumer Dorfverein

Führungswechsel beim Tinnumer Dorfverein

In eigener Sache

Nach einer coronabedingten Zwangspause nimmt das Vereinsleben in Tinnum nun wieder an Fahrt auf: Nachdem die Jahreshauptversammlung Anfang April ausfallen musste, hatte der Tinnumer Dorfverein nun mit dem Donnerstag, 9. Juli, einen Ersatztermin gefunden und erneut ins Tinem Hüs geladen. 26 Mitglieder und Gäste, darunter Kreispräsident Manfred Uekermann, Bürgervorsteher Peter Schnittgard, Ortsbeiratsvorsitzender Raphael Ipsen, Dorfmanagerin Gesa Michaelsen sowie Maren Ehmke und Angelika Böhm von den Morsumer Kulturfreunden, waren der Einladung gefolgt und ließen die nicht allzu umfangreiche Tagesordnung in einer Rekordzeit von etwas über einer halben Stunde hinter sich, bevor die vom Verein bereitgestellte Kartoffelsuppe serviert wurde.

So kurz die Tagesordnung war, so bedeutend war ihr Inhalt: Stand doch mit der Wahl des Vorsitzenden der geplante Führungswechsel bei den Tinnumern an. Sigfried Engel, der als Bindeglied zwischen Tinnumer Feuerwehr, Ortsbeirat und Dorfverein seit Jahren Dreh- und Angelpunkt im Tinnumer Vereinsleben war und auch bleibt, wollte seine Aufgaben dennoch etwas anders verteilen und gab seinen Posten als Erster Vorsitzender ab an Jörn Steen Petersen, der von den anwesenden Mitgliedern einstimmig gewählt wurde. Dennoch bleibt der scheidende Vorsitzende dem Verein Erhalten und löst – ebenfalls mit einstimmigem Votum – Michael Jung als neuer Beisitzer ab. Neben ihm bleibt Heiko Jessen in der kommenden Legislaturperiode zweiter Beisitzer.

Bevor er sich von seinem alten Posten verabschiedete, verlas Sigfried Engel als letzte Amtshandlung noch den Jahresbericht für 2019. 142 Mitglieder verzeichnete der gerade einmal sieben Jahre alte Verein zum Jahreswechsel 2019/20. Gemessen an seiner Größe stellt der Verein jedes Jahr Beachtliches auf die Beine: Von der Biikewache über die Ostereiersuche und die Halloweenparty bis hin zum Wiesenfest und Weihnachtsmarkt stemmten die Tinnumer auch 2019 wieder zahlreiche kleine und große Veranstaltungen. Sowohl das Wiesenfest als auch der Weihnachtsmarkt stellten die Organisatoren im vergangenen Jahr vor besondere Herausforderungen: Für das Wiesenfest konnte mit der Argeter Blaskapelle ein großartiger Ersatz für die Bodenmaiser „Klousterer-Buam“ gefunden werden, die mindestens ebenso viel bayerische Stimmung auf die Festwiese brachten wie ihre Vorgänger. Der Tinnumer Weihnachtsmarkt hatte mit Kutschfahrt und Kinderkarussell zwar neue Attraktionen in Petto, dafür machte das Wetter leider einen Strich durch die Rechnung und sorgte am Sonntag für ein sturmbedingtes frühzeitiges Ende.

So viel Unterhaltung kostet: Die zusätzlichen Ausgaben für die beiden großen Veranstaltungen kosteten den ansonsten ausgeglichenen Vereinshaushalt Ersparnisse in jeweils dreistelliger Höhe. Seine Einnahmen generiert der Verein zum einen durch Mitgliedsbeiträge, insbesondere aber auch durch die Vermietung des Tinem Hüs, die dank regelmäßiger Nutzung durch Kirchengemeinde, Yogaschule und private Familienfeste zuverlässig Geld in die Vereinskasse spült. Die größte Herausforderung dort konnten die Gäste während der Sitzung als konstantes Dröhnen im Hintergrund wahrnehmen: „Ein Rohrbruch“, erklärte Engel, „die Trocknung wird noch einige Wochen dauern, bevor die Kellerräume für die Krabbelgruppe wie geplant weiter saniert werden können.“

„Läuft bei euch“, so die treffende Zusammenfassung von Bürgervorsteher Peter Schnittgard, der die Grüße der Verwaltung und Selbstverwaltung überbrachte und gerade in Zeiten abnehmender Motivation für das Ehrenamt zum Zusammenhalt mahnte. „Aber das schafft ihr, dessen bin ich mir sicher.“ In diese Kerbe schlug auch Dorfmanagerin Gesa Michaelsen und ließ durchblicken: „Zwar musste die für Sylt geplante Ehrenamtsmesse erst sturm-, dann coronabedingt abgesagt werden, doch dafür suchen wir derzeit nach Wegen, das Ehrenamt zukünftig digital zu unterstützen.“